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Der Name wird
abgeleitet vom Griechischen adamas, der unbezwingliche.
Er ist schon der Hinweis auf die große Härte des Minerals, dem
härtesten
aller Stoffe, der nur duch sich selbst zu Schleifen ist.
Plinius nannte den Diamant aufgrund der damals bekannten Merkmale den Herrschaftsstein, der als das Wertvollste unter allen menschlichen Glütern galt. Er war der König der Edelsteine gerühmt und schon im Altertum durch den Karawanenhandel aus Indien importiert worden.
REINER KOHLENSTOFF : C
MOHSHÄRTE
: 10 , SPEZ. GEWICHT 3.52
KRISTALLFORM : KUBISCH
HOHE TERMPERATUR (ca. 3500 ° C)
Wärmeleitfähigkeit: 5 x besser als Kupfer
Lichtbrechung: n=2,42
Dispersion: 0,044
Farben:
RIVER d oder e = 115 %
TOP WESSELTON f und g = 110 %
WESSELTON h = 100 %
TOP CRYSTAL i = schwach getönt
CRYSTAL j = leicht getöntes Weiß
TOP CAPE k/l = schwach gelblich
CAPE m = gelblich
LIGHT YELLOW n = schwach gelb
YELLOW o = gelb
Fantasiefarben - ebenfalls kanariengelbe, braune,
grün, blau, rötlich, schwarz, außergewöhnliche Farbe,
der
Pink wurde gefunden in Australien = 1 Brillant pink mit 1.2 ct
CARAT : Gewicht = 1 ct hat 0.2 g
REINHEIT :
IF = internally flawless/lupenrein
VVSI = very, very small inclusions/sehr sehr kleine Einschlüsse,
VSI = very small inclusions/sehr kleine Einschlüsse,
SI = small inclusions/ sehr kleine Einschlüsse.
Diese Einschlüsse sind vom Fachmann mit bloßem Auge nicht zu erkennen.
P 1 bis 3 : Diese
Einschlüsse sind mit dem Auge zu erkennen.
Brillanten können Lumineszenz (auch Fluoriszenz) haben (bei UV-Licht
hellblau aufleuchten).
CUT = Schliff
und Proportion mit Politur.
Der Brillant hat 32 Oberteilfacetten und die Tafel, dann 24 Unterteilfacetten
und die Kalette (Spitze) = 56 Facetten . Wir verwenden für unsere keine
Splitter, sondern nur Vollschliffbrillanten mit obiger Anzahl der Facetten
, selbst wenn die Steine nur 0.005 ct schwer sind !
Fundorte:
Südafrika, Kongo, Angola, Tansania, Rußland, Australien (2 Millionen
ct./Jahr. Neu in Kanada, alt in Brasilien.
Der Größte, je gefundene im Jahre 1905 : Cullinan 1 Typ IIb - Diamant
Südafrika, Premier-Mine in Transvaal, Gewicht 3106 ct.
Südafrika - bis 1866 für Diamanten ein unbekanntes Land - aber dann
ruhte sich der 15jährige Farmersohn Erasmus Stephanus Jacobs unter einem
Baum am Vaale Fluß von der Arbeit aus und sah etwas in der Sonne blitzen.
Er fand einen Schatz in Form des ersten afrikanischen Diamanten und wußte
es nicht. Den Stein schenkte er seiner Schwester, diese den Holländer
Schalk van Niekerk, der ihn für ein Paar Pfund an den Händler Jack
O`Reilly verkaufte. Neugierig, ob der Stein tatsächlich echt sei, schickte
er ihn an den Chirurgen und Amateurmineralogen Dr. W. Guybon Atherstone nach
Grahamstown. Er erkannte sofort die Echtheit des rundlichen, kieselförmig
abgerollten Steins. O`Reillys gelber Diamant wog 21,25 Karat.
Dr. Atherston schickte den Stein an den Kolonialsekretär in Kapstadt,
Richard Sonthey, der die Tragweite dieses Fundes begriff; denn wo ein Stein
gefunden wird, müssen mehrere liegen. Der Stein ging nach London, wurde
als echt erkannt, die Fachleute jedoch stuften die Begleitgesteine für
weitere Funde als nicht diamantgerecht ein: kein Kimberlit, zu salzig, die
Formation der Gesteine sind mit denen in Indien und Brasilien nicht vergleichbar.
Im Jahr darauf wurden in der Nähe der Flüsse Vaal und Oranje noch
mehrere Diamanten gefunden. Nun kam der Mineraloge James R. Gregory, führte
Probebohrungen durch und schrieb: "Ich führte in den Bezirken, in
denen angeblich Diamanten gefunden worden waren eine gründliche Untersuchung
durch, fand aber keinen Hinweis, der auf Diamantfunde oder diamanthaltige
Ablagerungen schließen läßt". Weitere Fehl-Einschätzung:
Aufgrund der geologischen Gegebenheiten in diesem Teil des Landes ist es unmöglich,
daß dort je Diamanten gefunden werden könnten! Sekundäre Fundstätten
wurden nicht in die Überlegung einbezogen.
Alles wäre versickert, wäre da nicht der Griquahirte namens Swartbovi
gewesen, der von einem Buren (van Niekerk) wußte, der für "besondere"
Kiesel gut zahlte. Er verlangte für seinen Stein 500 Schafe, 10 Kühe
und ein Pferd. Niekirk zahlte und eilte nach Kapstadt, wo er vom Juwelier
Gustav Lilienfeld für den 83,5 ct schweren Diamant 11200 Pfund erzielte
(250.000 Dollar). Lilienfeld nannte seine Neuerwerbung "Stern von Afrika"
und ließ ihn in London schleifen und verkaufte ihn an den Earl of Dudley
für
30 000 Pfund. Damit wurde von den Medien die Quelle weltweit bekanntgemacht
und tausende von Glücksrittern packten ihre sieben Sachen, um 1869 nach
Süd-Afrika aufzubrechen zum “river-digging“.
Inzwischen wissen Geologen, daß alle Entstehungsorte eines gemeinsam
haben: Die Topographie liefert leider keinerlei Anhaltspunkte. In ganz unterschiedlichen
Ländern, wie in China, Rußland, Brasilien, Indien und Arkansas
lagen Diamanten versteckt unter einer 1400 m mächtigen Schicht von Sedimenten
und Laven, die heute noch bei den Kraterröhren in Botswana und Lesetho
vorhanden sind.
Das Schürfen
- und in 2 Jahren die erste Stadt mit 50000 Einwohner nach Lord Kimberley.
Am Zusammenfluß des Vaale und Oranje schwärmten die Schürfer
nach allen Richtungen aus. Man kampierte in Wellblechhütten und außer
Fleisch gab es nichts zu essen. Fieber und andere Krankheiten veranlaßten
viele zur Umkehr.
Der Diamantenrausch aber war entfacht. Innerhalb kürzester Zeit waren
fünftausend Glücksritter am Schürfen. Wenige kannten Rohdiamanten
und verwechselten mit Kieselquarz. Die sog. wertvolleren Steine wurden zertrümmert,
weil irrtümlich angenommen wurde, daß Hammerschläge dem Diamanten
nicht Schaden könnten.
Manchmal lag ein Stein direkt unter der Oberfläche im weichen Tuff und
der Schürfer konnte ihn herauskratzen. Normal mußte jedoch die
gelbe Erde abgetragen und mit Wasser vermischt werden. Danach wurde der Schlamm
geschüttet und durch 3 Siebe gerüttelt. Solche Schwingtröge
trennten größere von den kleinen Steinen. Anschließend wurden
sie auf einem eingefetteten Brett ausgebreitet. Die wertlosen Steine fielen
ab, die Diamanten blieben hängen. Die Ausbeute war nicht ergiebig genug
für die vielen Schürfer, man wollte auch nicht immer bis zum Knie
im Wasser stehen, also suchte man das Gelände ab. Man hörte von
einer Farm Vooruitzigt-Weitblick-, auf der ein einzelner Schürfer makellose
Diamanten fand.
Auf dieser Farm begann im Mai 1871 die organisierte Diamantförderung.
Die sekundäre Lagerstätte auf der Farm des Buren Johannes Nicholaas
De Beer, dessen Schwiegersohn innerhalb von wenigen Wochen 800 Claims absteckte
und verkaufte, war der NEW RUSH. De Beer war bislang in Ruhe dem Ackerbau
und der Viehzucht nachgegangen, fürchtete um sein Leben und sah sich
der neuen Herausforderung nicht mehr gewachsen. Er verkaufte die Ranch für
6300 Pfund und hätte sicher 6 Mio Pfund erhalten können. Außerdem
wurde in 1,5 km Entfernung eine weitere, noch ergiebigere Premier-Mine gefunden:
Die Kimberley Mine wo so viele Chlaiminhaber die trockene Erde abtrugen, daß
sie bald unter dem Namen BIG HOLE bekannt wurde.
Die Stadt wuchs auf über 50000 Schürfer, welche in primitivsten
Hütten lebten. Die Stadt hatte eine Verbesserung des Gesundheitswesens
dringend nötig, kaum sanitäre Anlagen, eine hohe Sterblichkeitsrate
durch schlechte ärztliche Versorgung und die allgemeinen Krankheiten
wie Bronchitis, Lungenentzündung, Tuberkulose usw. Aber einen besseren
Namen als New Rush mußte die Stadt haben: Sie wurde nach Seiner Lordschaft,
dem Kolonialminister am 5.7.1873 in Kimberley umbenannt, der auch den Namen
für das diamantführende Gestein gab: Kimberlit. Die Entwicklung
dieser Stadt mit dem Zusammenschluß der Claimbesitzer zu der De Beers
Dynastie unter Harry Frederick Oppenheimer gibt weiteren Stoff.
Weitere Lagerstätten
wurden seitdem erschlossen in:
Neben den Minen von Kimberley, die benachbarten De Beers, Wesselton, Bulfontein
und Dutoitspan. Dies sind die sogenannten „big five“, sowie gleich
daneben
Jagersfontein an der Oranjeprovinz und 3 km neben Pretoria: Premier in Transvaal
gefunden von Sir Thomas Cullinan, 1902.
Rhodesien (Zimbabwe), südl. Zaire,
1908 in der Nähe von Lüderitz an der Atlantischen Küste als
Meeres-Ablagerungen, Liberia 50 km von Monrovia, Westprovinz an Grenze von
Sierra Leone, Tansania 1939 wurde dort der größte in Afrika bekannte
Kimberlit-Schlot entdeckt von Dr. J.T. Williamson, Kanadischer Geologe fand
ihn bei Mwadui, 140 km südlich vom Viktoria-See, Angola,
1960 Postmasburg- die Finch-Mine entdeckt von A.T. Finchman,
1967 Botswana 200 km westl. Francistown am Rande der Kalahari-Wüste,
westl. Transvaalgebiet zum Oranje-Fluß Ghana, Namaqualand (Meeresablagerungen)
In der Geschichte
sind folgende Fundorte interessant:
Indien
kannte Diamanten schon im 4. JH. v. Chr. und es wurden historische Diamanten
gefunden, wie 1304 den Koh-i-Noor (Berg des Lichtes) im Flußbett mit
103,93 ct jetzt, nach dem Umschleifen. Die Minen im Panna-Bezirk im Staate
Madhya Pradesh und dem früher berühmten Golconda in Haiderabad sind
heute praktisch bedeutungslos.
Borneo ab 600 wurden hier bei Bandjarmasin im sekundären Schottern Diamanten
gefunden, unbedeutend.
Brasilien
1721 fand man die ersten Diamanten in Minas Gerais. 1759 in Bahia, Mato Grosso
und Golas. Sie treten meistens in sekundären Lagerstätten auf. Der
größte in Brasilien gefundene Diamant, der "Präsident
Vargas" hatte ein Gewicht von 726 ct. Er wurde 1938 im Fluß San
Antonio, Munizipio Coromandel, Minas Geras, gefunden und 1941 zu 29 Steinen,
die größeren im Emerald-Cut verschliffen.
USA 1849 fand man den ersten Diamanten in Kalifornien, weitere Funde in Murfreesboro
in Arkansas (nur einzelne Diamantkristalle) Der größte hier gefundene
Diamant wurde 1924 gefunden und hatte ein Gewicht von 40,23 ct. In Virginia
wurde ein Diamant mit dem Gewicht von 23,75 ct 1955 gefunden.
Australien
1851 fand man in Neusüdwales Diamanten, denen 1872 weitere folgten. Es
waren sekundäre Lagerstätten. Vereinzelt wurden auch welche in Queensland,
Südaustralien, Viktoria, Westaustralien entdeckt worden. 1981 wurde ein
neues Primärvorkommen von den Australiern entdeckt, das De Beers über
15 Jahre gesucht hatte und nicht fand. Es handelt sich um eine sehr ergiebige
Mine, die 2200 km nördlich von Perth, bei Smoke Creek, Argyl gefunden
wurde. Die Diamanten sind meist farbig. Von braun über gelb bis zur einmaligen
pink-Farbe.
British Guayana 1887 fand man Diamanten an der Nordküste von Südamerika
in Flußschottern.
Venezuela 1901 fand man in den Ablagerungen des Flußes Cuchivero, etwa
450 km südsüdöstlich von Caracas.
Rußland 1829 wurde im Ural der erste Diamant gefunden. 1949 wurde ein
sekundäres, ergiebiges Feld in Jakutien im östlichen Sibirien aufgetan.
Die systematische Prospektierung führte 1954 zur Entdeckung der ersten
primären Lagerstätte, einem Kimberlit-Schlot wie in Afrika. Seitdem
werden weitere Minen entdeckt.
Verwechslungsmöglichkeiten
mit dem Diamanten:
Weißer Saphir -Topas -Zirkon-Bergkristall -Synth. Rutil-
(Synth. Strontium-Titanat -Fabulit) - Linobat –
(Synth. Zirkoniumoxid kubisch Djevalith-Zirkonia
am weitesten verbreitet) -Galliant -Synth. Yttriumoxid-
Synth. Scheelit-Synth. Yttrium-Aluminiumoxid (YAG) -Synth. Saphir- Synth.
Spinell-Glas-versch. Imitationen-
Diamantsynthesen wurden erstmals 1954 für Industriezwecke in den USA
produziert. 1971 konnten jedoch Synthesen in Edelsteingröße, allerdings
nur in Farben gelb bis braun hergestellt werden. Für den Gutachter ist
der ausgefaßte Stein leicht zu erkennen, allerdings erst bei 40-facher
Vergrößerung. Indurstriediamantsynthesen wurden von General Electric
im Hochdruck-Hochtemperatur-Verfahren entwickelt Der Hersteller kann durch
Vorgabe von Ausgangsmaterial, Katalysator, Druck, Temperatur, Wachstumsgeschwindigkeit
und Art der Abkühlung die Kristallform der winzigen Kriställchen
beeinflussen. Es dreht sich dabei um 1230 bis 1300°C für die Würfelform,
1300 bis 1500°C für die Oktaederform, über diesen Temperaturen
die Rhombendodekaederform. Der Druck liegt bei 60 000 bar.
Diamanten sind weitere Wunderwerke der Natur.
Die Entstehung
des Diamanten ist umstritten und voller Rätsel. Die Einschlüsse
geben wieder einmal mehr Aufschluß über die Diamantgenese. Das
Muttermagma hat auch hier Spuren hinterlassen. Es gibt 2 Arten von Diamanten:
Typ 1 und ca. 98 % aller Dia sind einheitlicher Kristall mit Gitterstörungen,
enthält Stickstoff, absorbiert UV-Licht ab 3300 Angström, fluoresziert
im langwelligen UV-Licht, ist undurchlössig für infrarote Strahlung.
Typ 2 sind nur 2 % aller Dia und haben Mosaik-Struktur und weniger Gitterstörungen,
enthalten keinen Stickstoff, absorbieren erst ab 2250 Angström UV-Licht,
fluoreszieren nicht im langwelligem UV-Licht und sind durchlässig für
infrarote Strahlung. Wie der größte Diamant, der Cullinan I.
Man geht von 3 Entstehungsphasen aus:
Im Präkambrium - vor mehr als 600 Mio Jahren - stiegen basaltische Magmen
aus großer Tiefe (oberer Erdmantel 900 km tief) bei 50 000 bis 120 000
bar Druck und ca. 1300 bis 3000 °C in subkrustale Zonen auf und bildeten
dort Magmenherde, in denen sich dichte Olivin-Aggregate anreicherten. Er ist
ein Tiefenkristall und entstand ca. 1200 km im Erdinnern.
In der Karbonzeit - vor ca. 300 Mio Jahren - vollzog sich die Bildung des
Diamanten, der aus fluidem Kohlendioxyd auskristallisiert sein muß.
Olivingesteine sind die in der Metamorphose entstandenen Minerale der engsten
Paragnese als Begleitprodukt der Diamanten mit Chrom-Diopsid, Chrom-Enstatit,
Crom-Pyrop-Granat anzutreffen.
In der Kreidezeit - vor ca. 140 Mio Jahren - wurden die Diamanten mit ihrem
Muttergestein in Pipes explosionsartig nach oben gestoßen. Im Verlaufe
des Geschehens entwickelte sich ein Trümmergestein - der Kimberlit -
in dem Diamanten lose oder gebunden anzutreffen sind. Im Kimberlit jedoch
kann der Diamant nicht entstanden sein, da Olivine als Einschlüsse im
Diamant Chrom führen, die Olivine im Kimberlit jedoch chromfrei sind.
Diamanten erfuhren in der Genese keine konstanten Verhältnisse, sie wurden
mit Druck- und Temperaturschwankungen konfrontiert.
Ein Querschnitt eines Schlotes würde einen Diamantwirbel zeigen, der
weit über 1000 m breit ist und tausende von Metern in die Tiefe reicht.
Ein Teil des Gemischs durchbrach die Erdoberfläche, schoß aber
nicht wie Lava hervor, sondern verband sich mit der umgebenden Flüssigkeit,
kühlte rasch am Sedimentgestein und bildete harte Kegel mit etwa
1 km über der heutigen Erdoberfläche, die im Verlauf der Jahrmillionen
abgetragen wurden. Durch die Verwitterung des Kimberlit der Pipes wurde die
obere Schicht der Diamanten freigegeben und weit von der Entstehung fortgetragen;
sodaß sich die Oberfläche des Kegels der Umgebung anpaßte.
Die Vorkommen des Diamanten sind primär und sekundär entstandene
Lagerstätten. Bei den
primären Vorkommen wird der Diamant im Kimberlit gefunden. Dieses Eruptivgestein
ist sehr basisch und olivinreich. Die Begleitminerale sind neben dem Olivin
aus braunem Glimmer, Granat(Pyrop), Enstatit, Chromspinell, Diamant, Chrom-Diopsid,
Magnetkies, Pyrit, Rutil, Graphit-Schüppchen, Pentlandit. Der verwitterte
Kimberlit ist von tuffartiger Beschaffenheit und bildet die Füllung vulkanischer
Explosionsschlote, den Pipes. Man nennt den Kimberlit auch wegen seiner grünlich-bläulichen
Farbe den blueground. Das Gestein nimmt bei seiner Verwitterung eine gelbliche
Farbe an: dann yellowground. In
sekundären Vorkommen, den Seifen, lagerten sich Diamanten in Flußsanden
und Schottern ab, oder auch an der Meeresküste. Die Qualitäten dieser
Steine waren vielfach hochfeines Weiß; sodaß man dafür den
Namen River prägte.
Aufgrund des weltweiten Dia-Interesses wurden Normen unerlässlich. Dies
wurde in der 5. Auflage der RAL in den 60er Jahren definiert.
Die Grundlage jeder Diamanten-Graduierung ist die Nomenklatur, in der national
wie international die Bezeichnungsvorschriften und Begriffs-bestimmungen der
verschiedenen Qualitätsmerkmale hinterlegt sind:
CIBIO, IDC, GIA. In den 70er Jahren war das Gemological Institut of America
als das mit strengsten Massstäben arbeitende Institut bekannt. Heute
hat man sich mit der Euronorm angeglichen.
Grundsätzlich sollte man einen Stein nicht in der Fassung graduieren
wollen.
Um bei teuren Steinen sicher zu gehen, sollte man ein neutrales, unabhängiges
Institut einschalten. Anerkannte Institute: DPL, HRD, GIA. Die Graduierung
beginnt bereits bei der Rohware.
Die Farbe hat
einen großen Einfluß auf den Wert des Diamanten.
Die wichtigsten Kriterien bei der Sortierung sind:
Nach der Farbe werden die Steine nach Reinheit, Form und Größe
der Diamantkristalle bewertet. Auch beim Rohstein ist „hochfeines Weiß“
am begehrtesten, weil auch am seltensten. Hinsichtlich der Formen stehen die
sog „Shapes“ an der Spitze der Bewertung. Dies sind Oktaeder von
größerem Gewicht und einer guten Farbe. Es folgen die „Macles“
(Zwillinge), die meist flach und dreieckig sind, gefolgt von den „Flats“.
Neben den farblosen Diamanten, von River über Weiß (Wesselton,
nach der Mine dieses dort vorkommenden Farbtyps und Besitzers benannt), bis
zu getöntem Weiß, die durch den Brillantschliff mit den 56 Facetten
zum Brillanten werden, entstanden farbige Diamanten. In Australien z.B. überwiegen
farbige, von braun bis gelb und sogar äußerst selten pinkrot, gefolgt
von grün und blau. Die Entstehung der Farbe ist nur teilweise geklärt:
Die Absorption verschiedener Farbkomponenten des weißen Lichts durch
bis zu 14 Spurenelemente, die sich im Atomgitter des Kristalls bei der Entstehung
festsetzen, beeinflussen die Farbe (z.B. gelbe Dia enthalten Eisen, rosa Mangan,
blaue Aluminium), wie auch Fehler im Kristallgitter. Statt der Kohlenstoffatome
bauen sich an verschiedenen Plätzen im Kristallgitter Stickstoffatome
im Wachstumsprozess ein. Sie verändern die Lichtabsorptionseigenschaften.
Stickstoff führt dazu, daß die blauen Anteile des Spektrums absorbiert
werden: Die Steine sind dann gelb, in der Komplementärfarbe.
Der Wissendurst des 18. Und 19. Jahrhunderts führte bereits zu Entdeckungen
von Einschlüssen. Durch die moderne Mikroskopie, Röntgen- und chemische
Analyse werden heute Nachweise erbracht, daß alle Einschlüsse im
Diamant aus Festkörpern bestehen, wie farbloser bis gelber Diamant, Zirkon,
Granat, grünlicher Enstatit, Diopsid. Es wurden weder flüssige noch
gasförmige Einschlüsse nachgewiesen. An unterscheidet Einschlüsse,
die vor (wurden vom Diamant umschlossen), während (sind gleichzeitig
mit dem Diamant entstanden) und nach der Entstehung des Diamanten anwesend
waren.
Es gibt keine „Kohle“ im Diamanten, sondern Totalreflektionen
an der Grenzfläche zwischen Diamant und Einschluß durch deren niedrigeren
Brechungsindex, wie Diopsid, die dann aus verschiedenen Blickrichtungen schwarz
erscheinen.
In die Reinheit im geschliffenen Stein werden innere und äußere
Markmale mit einbezogen und beurteilt, wie zusätzliche Facetten, Ausbrüche
(naturals) and der Rundiste. „Ein Diamant gilt als lupenrein, wenn er
keine inneren Merkmale enthält, die größer sind als ein punktförmiger
Einschluß von 5/1000stel mm Größe bei gutem Helligkeitskontrast.“
Zur Reinheitsgraduierung wird die 10-fache Vergrößerung einer achromatischen
und aplanatischen Diamantlupe mit einem möglichst großen Gesichsfeld
und Licht mit 5500 Grad Kelvin verwendet.
Der Mensch gibt
den unscheinbaren Rohstein durch den Schliff Feuer. Die Güte des Schliffs
hat einen ausschlaggebenden Einfluß auf die Bewertung, wie Optik des
Diamanten. Deshalb auch heute noch die Anstrengung, über neue Schliffformen
die Leuchtkraft dieses einmaligen Minerals zu verbessern. Dies kann man nicht
theoretisch abhandeln, man muß es erleben. Es zu zeigen und aufzuklären,
dafür sind wir Fachkräfte da.
Einige Geschichtsdaten großer Diamanten mit der Schleiferchronik:
Etwa 400 v. Chr. frühester Nachweis der Kenntnis des Dia aus Indischen
Sanskrit-Texten. Bis zum Jahre 1725 war Indien das alleinige Lieferland für
Diamanten.
Ca.1200 die ersten Rohkristalle gelangen über Venedig nach Europa.
1304 wird der Koh-i-Noor (Berg des Lichtes) in Indien mit 108,9 ct gefunden.
Ca.1300 frühe Bearbeitungsversuche durch Polieren der beschädigten
Spitzen und natürlichen Flächen, die zum Spitzstein im 14. Jh. führt,
der sich im 15.Jh. zum Dickstein mit einer Tafel entwickelt.
1456 erfindet Ludwig van Berguen den Schliff auf rotierender Scheibe mit Diamantpulver
als Schleifmittel.
Seit 1500 durch die portugiesische Entdeckung des Seeweges nach Ostindien
regelmäßige Zufuhr von Rohware nach Europa.
1538 frühestmöglicher Nachweis der Diamant-bearbeitung in Augsburg.
Aus dem Dickstein entwickelt sich das einfache Gut mit 8 Facetten für
Oberteil und 8 Facetten für das Unterteil + Tafel.
1565 Benvenuto Cellini beschreibt erstmalig das Handwerkszeug des Diamantschleifers:
horizontal laufende Stahlscheibe, Doppen usw. Der Schleifer geht nach jedem,
auch kleinsten Schleifvorgang, mit der Lupe an den Stein, um zu sehen, ob
die Höhe der Facette zu den anderen in einer Ebene liegt, und um nach
dem Schleifen diese Facette zu polieren. Am Rand bis zur Mitte der Scheibe
wird geschliffen, innen poliert.
Nach H. Tillander sind 1585 die Diamantschleifer von Antwerpen aus politischen
Gründen nach Amsterdam abgewandert, das sich dann als Zentrum für
Diamant-schleiferei entwickelte. Das Schleifen der Diamanten erfolgt auf einer
Stahlscheibe mit fein gepulvertem „Bort“, das aus geriebenen Diamanten
in Öl besteht. Etwa 1920 die Rückverlagerung nach Antwerpen.
1642 wird in Indien der blaue Hope-Diamant gefunden mit 44,4 ct.
1650 regt Kardinal
Mazarin das zweifache Gut an mit je 16 Facetten für das Ober- und Unterteil
und leicht gerundete Rundiste. Diese 16 Facetten wurden 1997 von Bernd Munsteiner
wieder modernisiert.
Im 17. Jh. wird in Indien der Großmogul gefunden mit 787,5 ct., ebenso
der Orloff , Indien mit etwa 300 ct.
und den Darya-i-Noor in roséfarben mit 186 ct.
Ende 17. Jh.
gelingt dem venezianischen Schleifer Vincent Peruzzi das dreifache Gut mit
33 + 1 Tafel oben und 24 + 1 Spitzfläche unten. Tafelgröße
ca. 30 % des Durchmessers.
1721 Entdeckung der Diamantvorkommen in Brasilien. Es werden bis zu 200 000
ct./Jahr über Lissabon nach Europa eingeführt.
Im 18.Jh. wurde der runde englische Brillant mit 58 Facetten bekannt, der
im Übergang Ende des 19. Jh. zum Altschliff wurde, der wieder keinen
runden Diamanten ergab.
Der Altschliff hat eine kleine Tafel, große Oberteilhauptfacetten, ein
hohes Oberteil und damit große Dispersion.
Unterteil flach mit einer großen Kalette.
1853 wird der „Stern des Südens“ in Brasilien gefunden mit
261,88 ct.
1857 wird der Dresden in Brasilien in Grün mit 119,5 ct. gefunden.
1867 Entdeckung der sekundären Diamant-vorkommen in Südafrika.
1871 Man findet Primärvorkommen 500 km östlich von Pretoria. Bis
1891 sind es die „big five“.
1887 findet man den Tiffany in goldgelb mit 287,42 ct in Südafrika.
1889 Die im Vorjahr durch Cecil Rhodes gegründete De Beers Consolidated
Mines Ltd. kontrolliert 90% der Produktion in Südafrika.
1902 liegen die Minen von Kimberley, den benachbarten De Beers, Wesselton,
Bulfontein und Dutoitspan, die sogenannten „big five“; sowie daneben
Jagersfontein an der Oranjeprovinz und 3 km neben Pretoria: Die Premiermine
in Transvaal, gefunden von Sir Thomas Cullinan. Sie galt als die größte
Mine.
1905 findet man
den größten und qualitativ besten aller Diamanten, den Cullinan
1 vom Typ IIb in Südafrika mit 3106 ct. in der Premier-Mine in Transvaal.
1919 hat M. Tolkowsky für senkrecht und schräg einfallendes Licht
die günstigsten Abmessungen und Facettenneigungen berechnet. Dieser Brillant
hat eine kreisförmige Rundiste, etwas niedrigeres Oberteil und eine größere
Tafel und steht mit dieser Form bis heute.
„Princess
144“ mit 32 Oberteil- + Tafel und 48 Rundistfacetten ist der facettenreichste
Schliff. Im Unterteil erhält er 48 Rundistfacetten und 16 untere Hauptfacetten.
1930 Sir Ernest Oppenheimer gründet das „Londoner Syndikat“
De Beers als Maßnahme gegen die Weltwirtschaftskrise. An jedem 5. Montag
kommen weltweit 50 Konzessionäre nach London, um sich die vorbereiteten
Diamanten abzuholen. Wenn ein Konzessionär nicht mit dem Inhalt einverstanden
ist, kann er die Partie zurückgeben, wird jedoch nie mehr eingeladen.
1938 findet man den Präsident Vargas in Brasilien mit 726,6 ct.
1949 berechnete Dr. W.F. Eppler den neuen Feinschliff, der sich wenig vom
Tolkowsy-Brillant unterscheidet: er hat eine Tafel mit 60 % des Durchmessers,
ca. 15% Oberteil- und 45% Unterteilhöhe, die Rundistfacetten sind auf
80 % verlängert. Hierbei wird das schräg einfallende Licht ebenso
beachtet. 70% des von oben einfallenden Lichts wird total reflektiert.
1949 Entdeckung
der Diamantvorkommen in Rußland. Leistung: 15 Mio ct/Jahr. Über
Anzahl der eigenen Schleifereien ist nichts bekannt. 1998 wurden neue Minen
in der nordrussischen Region Archangelsk entdeckt. Die Qualität der Diamanten
soll noch über der von Jakutien liegen. Die neuen Funde haben zu 60%
Juwelenqualität. Ihr Wert: mindestens 12 Milliarden US-Dollar.
1968 hatte Belgien etwa 15 000, Israel 7 000, Westdeutschland 4 000, USA mit
Puerto Rico 2 000 Diamantschleifer. Im Osten, z.B. Indien gab es bereits 30
000 und 1980 400 000, heute 750 000 Schleifer, im Westen wesentlich weniger
als 1968.
1997 hat der
Diamantschleifer
Gabriel S. Tolkowsky den neuen Gabrielle-Cut als besonders lichtintensiven
Schliff mit 105 Facetten entwickelt, den man als Weiterentwicklung der klassischen
Schliff-Form bezeichnen kann. Der 1938 geborene Diamantschleifer arbeitete
jahrzehnte bei De Beers in London, hat nun eine eigene Schleiferei in Antwerpen
und durch die dreijährige Auseinandersetzung mit dem 1986 gefundenen
Centenary 599,1 ct. River D lupenrein in Transvaal, den er von 1988 bis 1991
mit 247 Facetten und 273,85 ct fertig schliff, hat in dieser Zeit so „nebenbei“
die neuen flowercuts geschaffen: firerose, zinnia, dahlia, sunflower und marigold.
Man weiß heute, daß das „Feuer“ vom Zentrum des Unterteils
kommt. Deshalb hat der Gabrielle Cut statt der 8 Unterteilfacetten deren 40
angelegt. Auch ist das Oberteil ist 2-stufig und teilt die Oberteil-hauptfacetten.
Dadurch entstehen weitere, lange Facettenkanten, die den reflektierenden Lichtstrahl
in die Spektralfarben zerlegen. Weiterhin schliff er noch den „Golden
Jubilee“ mit 545,65 ct. in fancy yellow-brown colour im firerose-Schliff.
Am Donnerstag, 16. Juni 1998 erhalte ich Nachricht von einem neuen Diamantvorkommen in Kanada. Der Geologe Charles Fipke hat durch Harnäckigkeit in einem der abgelegensten und unfreundlichsten Ecken Kanadas die Belohnung erhalten. Im Oktober nimmt in der Tundra der kanadischen Northwest Territories die erste Diamantmine in Nordamerika ihr Arbeit auf. Er begann 1981 mit der Suche entlang der Wege der eiszeitlichen Gletscher nach Spuren diamantführender Gesteine zu suchen. Fündig wurde er 200 km südlich des Polarkreises und 300 km entfernt vom nächsten Ort Yellowknife. Die Mine Ekati ist nur über eine Eisstraße zu erreichen, die 12 Wochen im Winter befahrbar ist. Vor dem Frühjahr wurden 2100 LKWs mit Versorgungsgütern zum Bergwerk geschafft, unter anderem 55,5 Mio Liter Treibstoff. Die Arbeiter erwartet dort die Temperatur von minus 40 ° C. Es galt vorab mit den Indianern und Eskimos Abkommen zu schließen. Dem Umweltschutz wurde genüge getan mit der Zusage der Aufforstung, sowie mit Anlagen zur Minimierung der Wasserverschmutzung
Über die medizinischen Tugenden des Diamanten wird überliefert,
daß er auch „zu Artzneyen und zu Gift angewendet wird. Das allerzarteste
Diamanten-Pulver wird zu etlichen Medicamenten genommen, und vor verschiedene
Krankheiten gut erhalten; wann es aber noch in etwas größeren Stücken
eingegeben wird, woll es nach und nach die Gedärm zernagen, und den Menschen
unvermerckt sterben machen, zu dem sich die Italiäner dieses Pulvers
gar zeitig bedienten, wann sie ein oder anderen aus der Welt befördern
wollten; der ihnen zu lange lebet und ein Dorn in den Augen wäre,dann
dieses Pulver durch keine andere Artzney könnte ausgestoßen oder
purgiret werden, weil es sich fest in die Gedärme gesetzt und solche
durchfrist.
Mit dergleichen Pulver soll sich auch der Paracelsius auf die Reise nach der
Ewigkeit begeben haben“ und „ man gibt zum Exempel vor, daß
wann der Diamant in einen Ring gefaßt auf dem Leibe bey dem Hertzen
getragen würde, so könte er den Grimm der Feinde mildern und lindern,
die vergebliche Furcht vom Hertzen abtreiben, den Schwindel, Schwermuth und
ängstliche Träume verhindern und die Macht des Giftes brechen...„