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Farbsteine
und Ihre Bedeutung |
04.04.2001 |
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zu allen Zeiten
haben Menschen Steine mit dem Göttlichen verbunden. Berge wie der Olymp
waren Wohnstätten der Götter. In den Mineralien und Edelsteinen
entdeckten Kundige Heilkräfte und Schutz vor allen Übeln. Mythen
rankten sich um heilige Steine und beflügelten die Phantasie.
Transzendent können deshalb Edelsteine für uns schon durch die nicht
fassbare Energie werden. Was wissen wir alles noch nicht?
Wir widmen uns diesen Edelsteinen, weil sie einfach schön sind, wie z.B.
die große Gruppe der Quarze. Der Reiz ihrer Härte ist im Gebrauch
unbedeutend, da schlimmstenfalls der Ersatz nicht teuer ist. Ich denke vorzugsweise
an Bergkristall im Ceylon-Schliff, Rutilquarz, einen mittelbraunen Rauchquarzcabochon,
Citrin und feinen Amethyst. In Verbindung mit Silikaten besitzt er interessante
Einschlüsse.
Makrokristalliner Quarz kristallisiert bei 870° trigonal und ist als Bergkristall
Halbleiter. In der Natur kommt der Quarz bzw. die Kieselsäure SiO²,
Siliciumdioxid, in verschiedenen Modifikationen vor, die temperaturabhängig
ist. Bis zur Glasschmelze reicht der Bogen bei 1720° als amorphes Quarzglas.
Als oszillierendes Scheibchen dient er in der Quarzuhr als Frequenzgeber mit
32 768 Schwingun-gen pro sec. oder high-tech mit 4,19 Mio /sec. Er besitzt
Zirkularpolarisation, wird als Messer von Zuckerlösungskonzentration,
als Quarzlampe, zur Quarzsteuerung usw. eingesetzt.
Mikrokristallinen Quarz finden wir im Chalcedon, der feine Einlagerungen von
Quarzfasern enthält, z.B. im Dendritenachat in allen Farben mit baum-
und farnartigen Zeichnungen, im Moosachat mit grünen Einlagerungen von
Hornblende bis hin zur Jaspisfarbe. Ich denke an Chrysopras und Aventurin,
weiter Heliotrop, den dunkelgrünen Chalcedon mit roten Punkten und den
Karneol, sowie Sarder. Achat ist ein gestreifter Chalcedon, der in einzelnen
Bändern verschiedenfarbig sein kann. Er kann mit Opalsubstanz durchsetzt
sein. Künstlerisch hervorragende Leistungen erkennen wir bei Lagensteinen,
die zu Gemmen, Wappen- und Siegelsteinen, sowie Landschaften ihren Einsatz
finden.
Der Opal ist ein Quarz aus mikroskopisch klein kristallisierenden Cristobalit-Kügelchen.
Trotzdem ist sein Erscheinungsbild amorph. Das wunderschöne Farbenspiel
entsteht durch Interferenzerscheinung des Lichts der in unterschiedlicher
Größe entstandenen Kügelchen (0,0015 bis 0,004 mm), von den
kleinsten in rot bis zu den größten in violett.
Im Mondstein,
Spektrolit und Labradorit haben wir ähnliche Erscheinungen des Lichts
durch Einlagerungen von Kalifeldspatlamellen. Diese liegen parallel zur optischen
Achse und reflektieren ein wunderschönes Farbspiel, das mit dem auf den
Flügeln tropischer Schmetterlinge vergleichbar ist.
Daß man diesen Erscheinungen eine gewisse Rätselhaftigkeit, Mystik
und Magie unterstellt, ist allzu begreiflich.
Wie hat sich
die Welt in hundert Jahren doch verändert!
Im Zeitgeist liegt heute die Entschlüsselung des Genoms, das Nurflügelflugzeug,
die Magnet-schwebebahn und z.B. die neue, reine Energie zum Betrieb von Verbrennungsmotoren
mittels Silicium (Si) und Wasserstoff. Si mit dem Schmelzpunkt 1410°C,
gewinnt man aus Sand, der üppig vorhanden ist, da er den Hauptbestandteil
der Erdkruste bildet und Sonnenergie.
Da die Erde sich immer bewegt, kann im übrigen vom "Urgestein"
der Erdkruste keine Rede sein. Sie ist eben im Verhältnis zum Durchmesser
der Erde nur so stark wie die Milchhaut. Magma bringt Verschiebungen, wie
jetzt in El Salvador und Indien. Durch diese Gesteinsverschiebungen entstehen
wieder, bestenfalls, neue Farbsteine, durch neue Verbindungen von Chemie,
Druck und Temperatur.
Mit unserer inneren, zielgerichteten und formgebenden Kraft, Fleiß und Können gestalten wir zeitgemäße, ausgewogene, harmonische Schmuck-Objekte, die Sie überzeugen und begeistern werden.
Mit
freundlichen Grüssen
Ihr Robert Ertel